Die Heideblüte dürfte weitgehend ausfallen: Die lang anhaltende Hitze und große Trockenheit macht den Fans der großen lila Flächen einen Strich durch die Rechnung. Denn das heiße Wetter hat die Pflanzen weitgehend verdorren lassen. Dirk Mertens will aber noch keine Hiobsbotschaften verkünden: Mit „einer Mosaikblüte“ rechnet der Bereichsleiter für Landschaftspflege beim Verein Naturschutzpark (VNP) und weist darauf, dass sich auch bei der Hitze ein Ausflug in die Heide durchaus lohnt. „In einigen Bereichen ist die Heide vertrocknet, in anderen sieht es dagegen gut aus“, erläuterte Mertens. Besonders an den Hängen, beispielsweise am Wilseder Berg, „sieht es recht trocken und braun aus“, umschrieb er die Situation. In der Döhler oder Hörpeler Heide könne man dagegen durchaus noch mit lila Blüten rechnen – durch die kühlen Nächte und das nahe Moor habe es dort Feuchtigkeit durch genügend Tauentwicklung gegeben. Ähnlich sei es in der Osterheide bei Schneverdingen. Insgesamt gelte aber: „Alles steht in der Warteschleife und hofft auf Regen.“ Und ziemlich sicher sei auch, dass es in dieser Saison keine großen, geschlossenen lila Flächen geben werde. Dazu habe es einfach zu wenig Feuchtigkeit gegeben. In den vergangenen zwei Monaten hat der VNP-Mitarbeiter bis Donnerstagabend gerade einmal 18 Millimeter Regen gezählt. Zum Vergleich: Im „Jahrhundertsommer“ 2003 fielen im Juni 82 und im Juli sogar 115 Millimeter, vor allem nach Gewittergüssen. „Die Trockenheit kam später“. Mertens kann aber auch der Trockenheit etwas abgewinnen: „Das Landshaftsbild hat auch seinen Reiz. Das erinnert an die Toskana, die Flächen mit den Wacholdern sind fast mediterran“, schwärmt er. Nicht nur die Heideblüte, auch viele der sonst üblichen Tagesbesucher schreckt die Hitze ab: „Die Temperatur ist das Handicap“, meinte Mertens, der „so geringe Besucherzahlen wie seit Jahren nicht mehr“ beobachtet hat. Das sei bei der Hitze aber auch verständlich: „Da gehört schon Enthusiasmus dazu, jetzt durch die Heideflächen nach Wilsede zu laufen.“ Allerdings müsse keiner stundenlang durch sengende Sonne trotten, wirbt der VNP-Mitarbeiter dennoch für den Heideausflug. Denn immerhin weise das Naturschutzgebiet einen Waldanteil von knapp 70 Prozent auf – und damit mehr als der Harz. Insgesamt ist das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide die größte Offenlandschaft Mitteleuropas, mit gut 4500 Hektar Heide zwischen Schneverdingen und Egestorf, Dierkshausen und Heber. Ein Wegenetz von 400 Kilometern Wander- und 300 Kilometern Reitwegen lädt zu Ausflügen ein. Besonderer Anziehungspunkt ist immer wieder der Wilseder Berg, mit 169 Metern die höchste Erhebung im niederdeutschen Tiefland. „Von dort hat man jetzt einen wirklich guten Blick“, meinte Mertens. Bei der geringen Luftfeuchtigkeit der vergangenen Tage sei es sogar möglich gewesen, die Türme von Hamburg zu erkennen.
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