| | Kurs für USA...
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- Zuletzt aktualisiert am: 13.04.2006 |
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Nun erhält die alte Queen eine mehr als würdige Nachfolgerin: Die «Queen Mary 2» ist mit 150 000 BRT das bisher größte Passagierschiff der Welt. Und standesgemäß wird sie am 8. Januar im Hafen von Southampton auch von einer Königin getauft: von Queen Elizabeth, ihres Zeichens auch die Zweite. Die «Queen Mary 2» ist ein Luxusliner der Superlative. Sie ist mit 345 Metern das längste und mit 41 Metern das breiteste jemals gebaute Passagierschiff. Gut 870 Millionen Euro Baukosten machen es auch zum bisher teuersten. Und das höchste Schiff ist sie mit ihren 13 Decks natürlich ebenfalls: Mit 72 Metern vom Kiel bis zum Schornstein ragt sie sogar höher in den Himmel als die Freiheitsstatue im Hafen von New York - würde diese nicht auf einem Sockel stehen.
3000 Arbeiter haben knapp zwei Jahre lang auf der Werft in Saint-Nazaire in Frankreich an dem 30 Knoten schnellen Liner gebaut und dabei 52 000 Tonnen Stahl zusammengeschweißt, 2500 Kilometer elektrische Kabel verlegt, 250 000 Quadratmeter Teppichboden und 500 Kilometer Rohrleitungen. Mehr als 250 Tonnen Farbe wurden verstrichen sowie 2000 Bäder, 5000 Treppen und 80 000 Lampen installiert.
«Die 'Queen Mary 2' könnte genügend Elektrizität erzeugen, um damit ihren Heimathafen Southampton mit Strom zu versorgen», sagt der Pressesprecher von Cunard Deutschland in Hamburg, Ingo Thiel. Immerhin ist das eine Stadt von 200 000 Einwohnern. Für eine «Grand Dame» recht laut ist das Schiffshorn: Es ist 18 Kilometer weit zu hören. Wer gerade versunken in den 8000 Büchern der Bordbibliothek stöbert, eines der 5000 Kunstwerke an Bord betrachtet oder durch das Museum mit Exponaten der mehr als 165-jährigen Geschichte von Cunard und der Linienschifffahrt schlendert, wird bei dem Ton ganz hübsch zusammenzucken.
Auf der sechstägigen Reise zwischen Southampton und New York, die die «Queen Mary 2» bald regelmäßig absolvieren wird, kann es einem Passagier ohnehin fast nicht langweilig werden. Mehr als 1800 Quadratmeter groß ist das Wellness- und Fitnesszentrum über zwei Decks mit Thalassotherapie-Pool, Sprudelbädern und Wasserfällen. Es gibt eine Minibrauerei für Durstige, zehn Restaurants für Hungrige - vom eleganten «Queens-Grill» bis hin zum «Lido Cafe» - sowie ein «College of the Sea» für Lernwillige. Dort können sich die Gäste als Koch versuchen, am Computer üben oder Fotografieren lernen. Ein Höhepunkt für Hobby-Astronomen ist auch das laut Cunard weltweit erste Planetarium an Bord eines Schiffes.
Irgendwann sind aber auch die unternehmungslustigsten Reisenden müde und streben ins Bett: 1310 Kabinen gibt es für 2620 Passagiere. Knapp drei Viertel der Suiten, Kabinen und Apartements sind mit einem Balkon ausgestattet. Die kleinste - eine Zweibett-Innenkabine - ist 18 Quadratmeter groß. Die Suiten haben 47 Quadratmeter und einen großen Balkon sowie einen großen Wohnbereich. Den meisten Platz bieten die mehr als 200 Quadratmeter großen Duplex-Apartements.
Der erste Kapitän des Schiffes ist für Cunard-Gäste ein alter Bekannter: Ronald W. Warwick (63) ist seit 1990 Master der «Queen Elisabeth 2». Schon sein Vater William E. Warwick war Offizier an Bord der «Queen Elisabeth» und der «Queen Mary» und ab 1968 der erste Master der «Queen Elizabeth 2». Warwick junior befehligt heute eine rund 1250 Kopf zählende Mannschaft.
Die «Queen Mary 2» löst mit ihrer Jungfernfahrt, die am 12. Januar startet, den legendären Transatlantikfahrer «Queen Elisabeth 2» ab. Die liebevoll «QE2» genannte alte Dame der Linienschiffahrt wird künftig von Cunard als reines Kreuzfahrtschiff eingesetzt. Auch die «Queen Mary 2» wird neben den geplanten rund 20 Transatlantiktouren pro Jahr auch Kreuzfahrten durch die Weltmeere machen. Im Sommer etwa kreuzt sie durch Europa: Drei Mittelmeerrouten stehen auf dem Programm und danach Norwegen. Anschließend kommt die «Queen Mary 2» auch das erste Mal nach Deutschland: Am 19. Juli um 8.00 Uhr wird sie in Hamburg festmachen und am Tag darauf um 7.00 Uhr wieder ablegen.
Die Jungfernfahrt der «Queen Mary 2» führt über Madeira, Teneriffa und Las Palmas sowie die Karibikinseln Barbados und St. Thomas nach Ford Lauderdale in Florida. Basishäfen des Luxusliners in Übersee werden Ford Lauderdale und New York sein. Eine sechstägige Reise auf der «Queen Mary 2» kostet in der Premierensaison ab 1590 Euro pro Person in der Zweibett-Innenkabine. Laut Cunard Deutschland ist im Frühjahr noch eine gemeinsame Abschlussfahrt mit der «Queen Elizabeth 2» über den Atlantik geplant. Am 25. April werden die schwarz-weiß-roten Schönheiten gemeinsam in New York ablegen - mit Ziel Southampton. In den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts gab es ein ähnliches Bild in New York schon einmal: Damals lagen die «Queen Elisabeth» und die «Queen Mary» dort gemeinsam am Kai
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Das Blut floss im Osten der USA, aber die Terrorserie traf das ganze Land bis zum kleinsten Dorf tief ins Mark. Von San Diego in Kalifornien bis Portland in Maine gerieten am Dienstag Menschen in Panik, herrschte Furcht vor weiteren Attacken, lagen sich Menschen weinend in den Armen und trafen sich zu Gebeten oder Mahnwachen. Auch die Vergnügungszentren trugen tiefe Trauer. Hollywood sagte zahlreiche Veranstaltungen ab, die Disney- Freizeitparks wurden geschlossen. Wie lange, wusste am Dienstagabend noch keiner. «Nichts wird nach diesem Tag mehr so sein wie früher, auch wenn sich das Leben vielleicht wieder normalisiert», fasste eine Passantin in Boston (Massachusetts) die Gefühle zusammen. In nahezu allen Städten der USA versammelten sich Menschen vor Fernsehschirmen in Einkaufszentren, Restaurants und Bars. Dort verfolgten sie die eingehenden Meldungen über Tote, Verletzte und über Sicherheitsmaßnahmen. Zum Teil schlossen die Schulen früher oder besorgte Eltern holten ihre Sprösslinge früher nach Hause. «In solchen Krisenzeiten will und muss man sich nahe sein», sagte eine Mutter in Washington. «Ich muss mich einfach vergewissern, dass meine Lieben o.k. sind.»
Von der Ost- bis zur Westküste wurden praktisch alle Bundesgebäude und die meisten staatlichen Einrichtungen geschlossen. Nur dringend benötigtes Personal für Notfälle blieb, Sicherheitsbeamte standen vor den Eingängen. Die Flaggen wehten auf Halbmast. Auch zahlreiche Privatfirmen schlossen ihre Türen und schickten die Angestellten nach Hause. Gegen Abend begannen sich die Kirchen zu füllen. Menschen brachten Kerzen und Blumen mit. Die St. Patrick's-Kathedrale in New York war schon tagsüber Sammelplatz für die Bevölkerung. Viele Gläubige verbargen ihre tränenüberströmten Gesichter in den Händen.
Auch weit entfernt von New York und Washington spendeten Menschen Blut. «Ich möchte meinen Beitrag leisten», sagte der Texaner Tom Poole in Dallas. «Es ist wichtig, dass wir aktiv unsere Solidarität mit der Nation zeigen.» Gouverneur Rick Perry rief die Texaner zum Gebet auf - «für unser Land und für unseren Präsidenten, der auf diese Tragödie die richtigen Antworten finden muss». Gebete könnten helfen, wo Worte fehlten: «Und ich glaube, keine Worte können das Ausmaß dieser Terroraktionen beschreiben.»
In Denver (Colorado) eskortierten Polizisten gestrandete Passagiere aus dem Flughafengebäude. Alle verfügbaren Mietwagen waren in Minutenschnelle vergriffen. Überfüllte städtische Busse brachten die Reisenden zu rasch ausgebuchten Hotels. Auch Museen schlossen. «Ich kann nicht glauben, was passiert ist», weinte Gina Bristol. Erst am Tag zuvor war ihr Mann zu einer Geschäftsreise an die Ostküste geflogen: «Es hätte so leicht auch ihn treffen können.»
Überall wurden größere und kleinere Sportveranstaltungen gestrichen - vom lokalen Fußballturnier bis zu nationalen Football- Begegnungen. Auch der Entertainment-Industrie verging geschockt das Feiern. Die ursprünglich für Dienstagabend angesetzte Verleihung der Latin-Grammys wurde ebenso abgesagt wie die für Sonntag geplante Verleihung der Emmys, der Preise für die besten Fernsehsendungen. Pop-Diva Madonna ließ am Abend ihr Konzert in Los Angeles ausfallen, und mehrere Hollywood-Studios unterbrachen nach den Attacken ihre Produktionsarbeiten.
In einem Bostoner Park fanden sich nach Einbruch der Dunkelheit Dutzende Menschen zusammen. Sie bildeten einen Kreis, hielten sich an den Händen und sangen zusammen «We shall overcome..» - «Wir werden siegen». Und in Washington stimmten Kongress-Abgeordnete der Demokraten und Republikaner in einer Demonstration der Solidarität zusammen das Lied «God bless America» an - «Gott segne Amerika».
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