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http://www.bogart-pflanzen.de  - Zuletzt aktualisiert am: 12.04.2005




  


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TÜRKEI
Stadtviertel und Kunstdenkmäler erwähnt, die dabei vernichtet wurden. 166o brannte zum Beispiel ganz Galata nieder samt seinen römisch-katholischen Kirchen, mit Ausnahme von St. Benedikt; deren Gnadenfrist dauerte jedoch nur 26 Jahre; i686 ging St. Benedikt mit allem übrigen in Flammen auf. Wir dürfen auch nicht vergessen, daß die Byzantiner große Liebhaber des hoch-explosiven griechischen Feuers waren, das sich nur durch Urin löschen läßt — eine vornehme, aber unbequeme Eigenheit. Kurz, es gibt Feuersbrünste, die weder auf Erdbeben noch Kriege oder Revolutionen zurückzuführen sind, so die eine, welche aus der allgemeinen Begeisterung des Volkes entstand und I0000 Häuser zerstörte, als einem Sultan ein Sohn geboren wurde und die festlichen Illuminationen etwas zu feurig ausfielen. Zur Beruhigung der Touristen trage ich nach, daß seit 1912 nichts derartiges mehr passiert ist — man begnügt sich jetzt mit politischen Umbrüchen.
Dennoch besitzt Istanbul — glücklicherweise — noch immer einen beträchtlichen Reichtum an Kunstschätzen, und es brauchte Wochen, um sie genau kennenzulernen. Im byzantinischen Bezirk natürlich die Hagia Sophia, aber auch die Mosaiken und Fresken in der Chorakirche, die weniger berühmt sind, da ein Teil erst kürzlich bei Restaurierungsarbeiten entdeckt wurde. Ein Wächter mit grimmiger Miene hütet sie wie seinen Augapfel. Ohne eine Erlaubnis von der Hagia Sophia kommt man nicht zu diesen einzigartigen Meister-werken. Durch ihre Farben, ihre Natürlichkeit, die Lebendigkeit ihrer Szenen setzen sie sich von der üblichen Strenge byzantinischer Kunst ab, die so wenig Wert auf das Abbilden legt. Obwohl sie nach dem Schisma entstanden (sie stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert), verfallen sie nie ins Konventionelle und der Künstler suchte nicht, wie so viele andere, erst die vorhandene Fläche aufzuteilen, sondern er gab sich seiner Inspiration hin und sie führte ihn auf
zo6 den Weg wahrer Schönheit.
 

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